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Stephan Bothen ist seit August neuer Vorsitzender der Geschäftsführung von Zeppelin Österreich
Stephan Bothen ist seit August neuer Vorsitzender der Geschäftsführung von Zeppelin Österreich
© Zeppelin

Automatisierung mit Grenzen?

12.12.2018

Wie smart sollen Baumaschinen sein und mit welchen Innovationen punkten Hersteller bei den Kunden? Stephan Bothen von Zeppelin Österreich im Interview.  

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Forschungsprojekte mit der Nasa, autonom fahrende Flotten, verschiedenste alternative Antriebssysteme – der US-amerikanische Baumaschinenriese Caterpillar macht sich fit für die Zukunft. Davon profitieren auch Vertriebspartner wie Zeppelin Baumaschinen. Als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung von Zeppelin Österreich erklärt Stephan Bothen, in welchen Bereichen er Wachstumschancen sieht, wie smart Baumaschinen sein sollten und warum für ihn Elektroantriebe nur ein Zwischenstadium sein können.

Herr Bothen, ein neuer Geschäftsführer bringt meistens neue Ideen und Vorstellungen sowie eine Erwartung der Konzernmutter mit. Wo wollen Sie mit Zeppelin Österreich hin?
Stephan Bothen
: Ich bin kein Freund von blindem Aktionismus, denn das bringt niemanden weiter und verunsichert nur. Zeppelin Österreich ist ein sehr gut geführtes Haus; die Kollegen haben in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Auch unsere Position im Markt ist sehr gut. Aber natürlich wollen wir weiterwachsen. Wir brauchen kein Hehl daraus zu machen – im Kompaktgerätebereich könnten wir durchaus noch etwas stärker vertreten sein. Das war lange nicht die Kernkompetenz von Caterpillar, aber mittlerweile haben wir ein sehr gutes Portfolio an Kompaktmaschinen, das auch gut im Markt ankommt. Ebenfalls weiter ausbauen werden wir den Servicebereich. Einer unserer USPs lautet, direkt beim Kunden zu sein, und dafür benötigen wir noch mehr kompetente Mitarbeiter.

Smarte Baumaschinen sind die Zukunft – keine Frage. Aber wie smart sollen sie letztendlich werden? Werden möglicherweise in zehn Jahren alle Bagger nur noch autonom über die Baustellen fahren?
Im Bereich autonomes Fahren gibt es schon ein sehr erfolgreiches Projekte von Caterpillar im SKW-Bereich. Beim Bagger ist autonomes Fahren deutlich schwieriger, hier braucht man immer noch das Feeling des Fahrers. Den Bagger komplett aus einem Häuschen heraus zu ­steuern, ist zwar technologisch möglich – die Frage, die sich aber gerade alle stellen, lautet: Ist es zielführend? So richtig Sinn macht es in ­Sachen Effizienz erst, wenn eine Person mehrere Maschinen auf einmal steuern kann. Aber ist das für den Menschen darstellbar?

Alternative Antriebe werden sicherlich auch ein wichtiges Thema auf der Bauma sein. Welches System halten Sie für vielversprechend?
Momentan wird bei alternativen Antrieben in alle ­Richtungen entwickelt – so auch bei Caterpillar. Einige Hersteller forschen mit Hochdruck an Akku-Systemen mit langer Laufzeit. Elektroantriebe sind natürlich auch ein wichtiges Thema, obwohl ich den reinen Elektroantrieb nicht als der Weisheit letzten Schluss erachte. Es bedarf enormer Anstrengungen, die seltenen Erden für die Batterien zu fördern. Eine Batterie herzustellen ist nicht gerade umweltfreundlich – aber das vergisst man oftmals in dieser ganzen Diskussion. Aber der Elektroantrieb ist auf jeden Fall eine Technologie, die zur Überbrückung dienen kann, um vom klassischen Dieselantrieb wegzukommen. Wenn im Bereich der Brennstoffzellen übermorgen ein Durchbruch gelänge, würde sich die Welt der Antriebe schlagartig verändern.
Wenn Sie jemanden in der Automobilbranche fragen, wie wir in zehn Jahren Auto fahren werden, kann Ihnen das keiner 100-prozentig beantworten. Und das Gleiche gilt auch für die Baumaschinenbranche. 

Das ganze Interivew lesen Sie in der Österreichischen Bauzeitung 24/18.

Autor: 
Sonja Meßner
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