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„Eine besser geplante Organisation der Abläufe, rechtzeitige Bestellungen, weniger Planänderungen und dergleichen mehr würden dazu beitragen, die Produktivität unserer Branche sowie des gesamten Bauwesens weiter zu steigern", sagt VÖB-Präsident Franz Josef Eder.
„Eine besser geplante Organisation der Abläufe, rechtzeitige Bestellungen, weniger Planänderungen und dergleichen mehr würden dazu beitragen, die Produktivität unserer Branche sowie des gesamten Bauwesens weiter zu steigern", sagt VÖB-Präsident Franz Josef Eder.
© VÖB

VÖB Konjunkturbarometer: Gute Geschäftslage, aber...

02.09.2019

Gute Wirtschaftslage, wenig Lehrlinge - so lautet das Ergebnis des aktuellen VÖB Konjunkturbarometers.

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„Generell sind wir mit der Entwicklung der Branche zufrieden", fasst Franz Josef Eder, Präsident des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB), die Ergebnisse des aktuellen Konjunkturbarometers zusammen. Speziell im Wohnbau sowie im Industrie- und Gewerbebau läuft das Geschäft gut, Auslastung und Umsätze entwickeln sich bislang zufriedenstellend. Sorgen bereitet der Branche jedoch das Thema Ausbildung. Zwar stehen derzeit über 100 Lehrlinge bei den Betrieben der Branche in der Ausbildung, gleichzeitig sind aber auch Lehrstellen vakant. „Mehr als 40 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sich zu wenige Interessenten auf die offenen Lehrstellen bewerben. Nur 21 Prozent sind mit der Situation zufrieden", zeigt Eder auf. Besonders alarmierend: 91 Prozent der befragten Unternehmen haben angegeben, aktiv Maßnahmen zu treffen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. „Dass ein Großteil von ihnen dennoch keine Auszubildenden findet, zeigt, dass es an anderer Stelle hakt", so der VÖB Präsident weiter. Die Gründe, die VÖB Mitgliedsunternehmen hinter der Lehrlingsflaute vermuten, sind vielfältig und reichen von Eintönigkeit im Industriebewerb über zu geringe Aufstiegschancen und hoher Lärmbelästigung bis hin zu gesellschaftlichen Gründen. Letztere umfassen etwa den gesellschaftlichen Rang von Arbeitern versus Angestellten sowie den Umstand, dass eine höhere schulische Ausbildung in der Gesellschaft mehr zählt als Handwerk. Gleichzeitig zeigt sich die Branche aber auch durchaus selbstkritisch: „Unsere Arbeitsplätze sind attraktiv und werden laufend an aktuelle Entwicklungen angepasst. Das muss auch über Marketing der Öffentlichkeit bzw. potenziellen Mitarbeitern bekannt gemacht werden", lauten weitere Antworten.

Bürokratie bremst Lehrlinge

Für den VÖB Präsident kommt noch ein weiterer Grund hinzu, der einen Ansturm auf freie Lehrstellen zum Betonfertigungstechniker verhindert: „Die Artikel 15a-Vereinbarung zwischen den Bundesländern blockiert jegliche Flexibilität in der Zuteilung der Lehrlinge zu Berufsschulen. Anstatt die Berufsschule zu besuchen, die für sie am besten erreichbar ist, werden Lehrlinge durch die Schulbürokratie immer wieder dazu gezwungen, quer durch Österreich zu reisen.“ Das Ergebnis: Lehrlinge wählen andere Berufe, für die sie die Berufsschule entweder am Heimatort oder zumindest in zumutbarer Entfernung zum Wohnort besuchen können. „Der Standort einer Berufsschule kann ausschlaggebend dafür sein, ob ein junger Mensch eine Lehre in der Baubranche beginnt oder nicht“, fasst Eder zusammen.

Nachhaltigkeit als wichtiges Zukunftsthema

Erstmals wurde die Branche auch zum Thema Nachhaltigkeit am Bau befragt. Die Resonanz war eindeutig: Für 92 Prozent der Befragten ist Beton ein nachhaltiger Baustoff. Ein nachhaltiges Bauwerk sollte dabei unter anderem folgende Merkmale aufweisen: hohe Lebensdauer, Recycling der aumaterialien, niedriger Energiebedarf des Gebäudes im Betrieb sowie der Einbau von wiederverwendbaren Bauteilen. Die Befragten waren sich auch einig, dass Nachhaltigkeit in Zukunft eine immer größere Rolle im Bauwesen spielen wird - angefangen von der CO2-Gesamtbilanz eines Gebäudes über die gesamte Lebensdauer sowie rasches und kostengünstiges Bauen bis hin zu naturnahen regionalen Baustoffen und dem vermehrten Einsatz von Bauteilaktivierung.

Die Entwicklungen in der Branche sind zufriedenstellend", sagt Eder. Wie im Vorjahr gebe es allerdings gehäuft Probleme in der Abwicklung: „Eine besser geplante Organisation der Abläufe , rechtzeitige Bestellungen, weniger Planänderungen und dergleichen mehr würden dazu beitragen, die Produktivität unserer Branche  sowie des gesamten Bauwesens weiter zu steigern."

 

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