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© Andreas Kolarik

Das war die „SCHWEISSEN 2019“

17.09.2019

Schlussbericht. Die zweite Ausgabe der Fachmesse „SCHWEISSEN“ ist laut Veranstalter Reed Exhibitions für 109 Aussteller und 3.119 Fachbesucher erfolgreich über die Bühne gegangen. METALL dokumentiert die Messe-Highlights im Video.

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Schweissen quo vadis?

Die Messe im Linzer Design Center startete gleich mit einem moderierten Branchengespräch mit hochrangigen Teilnehmern am Podium. Es ging um die Zukunft der Schweißtechnik. Ein wichtiges Thema war für den Präsidiumssprecher der Österreichischen Gesellschaft für Schweißtechnik, Guido Reuter, die Insolvenz der Wiener SZA (Schweißtechnische Zentralanstalt) Ende 2018. Zuvor war die SZA die zur Ausgabe international gültiger Schweißzertifikate autorisierte österreichische Fachorganisation. Deren Fehlen erschwert nun den ausgebildeten Fachkräften das Arbeiten im Ausland. Als nun einziger heimischer Verband für die Schweißtechnik sieht die ÖGS dies als Problem für die nationale Wirtschaft. Guido Reuter setzte sich im Branchengespräch – direkt an die am Podium anwesenden WKO-Vertreter gerichtet -- für eine rasche Lösung ein, die allerdings bei den Wirtschaftsvertretern auf wenig Resonanz stieß.

Das Einzugsgebiet erweitert

Den Erfolg der Messe bestätigten laut Veranstalter die positiven Statements der vom Linzer market-Institut befragten Fachbesucher. Immerhin 92,9 Prozent der Befragten haben sich demnach sehr zufrieden gezeigt. Nahezu alle gaben an, vom Messebesuch profitiert zu haben, gut zwei Drittel hatten neue Produkte und/oder Anbieter entdeckt, und alle Befragten würden die „SCHWEISSEN“ weiterempfehlen. Eine Reihe von Ausstellern registrierte, dass sich das geographische Einzugsgebiet der Messe erweitert hätte und Entscheidungsträger diesmal von weiter her angereist wären, als bei der ersten Ausgabe vor vier Jahren.

Premiere für den 3D-Metalldruck

Im Fokus der „SCHWEISSEN 2019“ standen vor allem effiziente, kostensparende und nachhaltige Verfahren für das manuelle, mechanisierte und automatisierte Schweißen, Automatisierung und intelligente Produktion sowie das „Metal Additive Manufacturing“ (MAM). Dem metallischen 3D-Druck war bei den parallel laufenden – und meistens gut besuchten -- ÖGS-Workshops der erste Nachmittag gewidmet. „Die Basis für das MAM ist dem Schweißen sehr ähnlich, weshalb sich auch die Österreichische Gesellschaft für Schweißtechnik sowie die internationalen Schweissinstitute der Aus- und Weiterbildung sowie der Verfahrensentwicklung und Normung in diesem Bereich widmen.“ sagt ÖGS-Sprecher und Workshopleiter Guido Reuter, Workshop-Leiter der ÖGS, die Bedeutung der neuen Technologie. Im Rahmen der „SCHWEISSEN 2019“ wurde dann auch Josef Plangger von der ÖGS mit dem Richard Marek-Preis 2019 für innovative Lösungen in der Schweißtechnik ausgezeichnet.

Interessante ÖGS-Workshops

Neben Metal Additive Manufacturing offerierte die ÖGS weitere (kostenfreie) Workshops zu fünf anderen wichtigen Themen: Ausbildung, Weiterbildung und Arbeitssicherheit in der Schweißtechnik; Schweißen: Mechanisierung, Automatisierung, Roboter; Qualität und Schweißnaht; Normänderung EN 1090 und Schweißtechnik; Innovation - Produktivität - Qualitätsdokumentation.

Topaktuell: Arbeitsschutz

Wo immer es um industrielle oder gewerbliche Produktion geht, steht auch das Thema Arbeitsschutz auf der Agenda. So auch auf der „SCHWEISSEN 2019“. Hier präsentierte die Allgemeine Unvallversicherungsanstalt (AUVA) am 11. September einen spezifischen Workshop mit dem Titel „Schweißen – hochtechnologisch und sicher!“ Den Anlass bildete eine Informationskampagne über gefährliche Arbeitsstoffe, welche die AUVA derzeit in Kooperation mit der europäischen Arbeitsschutzagentur durchführt. Die beim Schweißen entstehenden Arbeitsstoffe standen ebenfalls im Fokus dieser Aktion. Als Partner des AUVA Workshops agierten die (oberösterreichischen) Unternehhmen Fronius International und Aigner.

 

Ausstellerstimmen

Raimund Krenn, Laboratory Manager, Joanneum Research Materials, sagte bei Messeschluss: „Die SCHWEISSEN 2019 war eine sehr gute Messe, um die Forschungselite Österreichs zu präsentieren. Die vier Institute - LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen, FH OÖ, Joanneum, TU Graz - wurden gemeinsam an einem Stand präsentiert. Die Vernetzung mit der Industrie war sehr gut, auch das Angebot an Vorträgen, vor allem zum Thema Manufacturing, wurde sehr gut genützt. Es wird in Zukunft auch gemeinsame Projekte der Institute geben.“

Sehr zufrieden zeigte sich auch Andreas Barth, Vertriebsleitung Österreich von Fronius International: „Unter dem Motto ‚Maßgeschneiderte Kundenlösungen, neue Digitalisierungsmöglichkeiten und optimaler Arbeitsschutz für den Schweißer‘ präsentierten wir unsere Neuheiten. Rund 600 Personen sind unserer Einladung gefolgt, somit können wir wieder auf eine sehr erfolgreiche SCHWEISSEN im Linzer Design Center zurückblicken. Wir freuen uns auf die nächste Messe 2023!“

Als vollen Erfolg verbuchte auch Marcus Witt, Technischer Vertrieb / Chief Technical Officer, die Messeteilnahme der Metrom Mechatronische Maschinen GmbH: „Die Premiere in Österreich mit dem weltweit einzigartigen mobilen 5-Achs-Hybridsystem aus WAAM und mechanischer Bearbeitung hat eine solche Begeisterung hervorgerufen, dass ein Praktikum eines jungen Österreichers im nächsten Sommer bei Metrom vereinbart wurde. Seine Vorkenntnisse aus dem 3D-Druck den bisherigen Limitierungen in Baugröße und Geschwindigkeit wurden durch unser System völlig revolutioniert. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit!“

Für Martin Peruzzi, Chief Technology Officer, voestalpine Böhler Welding Group GmbH, steht der hohe Stellenwert der SCHWEISSEN ebenfalls außer Frage: „Für die voestalpine Böhler Welding war die SCHWEISSEN 2019 wieder eine wichtige Plattform in der Schweißbranche, um unsere Kunden in und um Österreich über aktuelle Produktinnovationen zu informieren und über neue Projekte sprechen zu können. Dieses Jahr stand unser neues Produktportfolio rund um die MIG/MAG und WIG Stromquellen „Terra“ & „Uranos“ der Marke Böhler Welding speziell im Fokus. Abgestimmt auf unsere Zusatzwerkstoffe bieten diese dem Kunden einen deutlichen Effizienzvorteil. Ergänzt um neue Schweißschutzhelme mit intelligenter Frischluftzufuhr konnten wir auch im weldCare Accessoires Bereich den Kunden neue Lösungen für den Arbeitsschutz näherbringen.“

Nicht minder positiv fiel das Fazit von Guido Reuter, dem Sprecher des ÖGS-Präsidiums, aus: „Die Schweissen 2019 war für die ÖGS wieder ein Erfolg: Interessiertes Fachpublikum bei den Workshops, viele interessante Gespräche zum Netzwerken mit den Kollegen der Schweißtechnik und natürlich neue Mitglieder für unseren Verein.“

=> Hier geht's zum METALL-Video von der SCHWEISSEN 2019

Autor: 
Redaktion Metall
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