Aktuelle Umfrage

Mehr Teamarbeit am Bau?

Aktuelle Umfrage BAU
26.03.2024

Neue Projektformen wie die Integrierte Projektabwicklung (IPA) setzen auf mehr Zusammenarbeit am Bau. Was halten die Leserinnen und Leser der Bauzeitung davon?

IPA ein guter Ansatz

 „In den vergangenen 50 Jahren hat sich gezeigt, dass die klassische Projektabwicklung zu enormen Reibungsverlusten führt.“ Robert Schedler, Geschäftsführer des Planungsbüros FCP spricht ein Thema an, das vielen Akteuren am Bau unter den Nägeln brennt. Die Kritik an den traditionellen Arbeitsprozessen bei Bauprojekten ist groß. Vor allem an der strikten Trennung zwischen Planern und Ausführenden. „Die Frage lautet daher: Wie kann man es besser machen, damit die Auftraggeber*innen zu ihrem Ziel kommen – und zwar sichere Kosten und sichere Zeitvorgaben.“

Europaweit werden mittlerweile neue Projektformen getestet, die stärker auf Kooperation setzen. Auch in Österreich (siehe dazu auch den Beitrag „Mehr Teamarbeit am Bau ab Seite 24). Eine davon ist die sogenannte „Integrierte Projektabwicklung“ (IPA). Die Idee dabei: Planer und Ausführende bilden ein gemeinsames Projektteam. Sie arbeiten eng zusammen und teilen sich einen gemeinsamen Gewinntopf, der bei Zielerreichung ausgeschüttet wird. Die Bauzeitung wollte wissen, wie sehr Modelle wie die IPA bei ihren Leserinnen und Leser bekannt sind und was diese von ihnen halten?

Das Ergebnis viel recht positiv aus. Immerhin – insgesamt haben bereits mehr als die Hälfte der Befragten von IPA schon einmal gehört oder sich mit dem Modell sogar schon beschäftigt. Heruntergebrochen schauen es folgendermaßen aus:  24,2 Prozent haben von IPA schon einmal gehört, kennen sich aber nicht weiter damit aus. 27,3 Prozent kennen sich aus. Und 6,1 Prozent waren bereits an einem IPA-Projekt beteiligt.

Und diejenigen, die sich auskennen, haben offenbar einen guten Eindruck gewonnen. Mehr als 60 Prozent der Befragten glauben mehr oder weniger, dass IPA ein guter Ansatz ist, um die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Bauprojekten zu verbessern: 36,4 Prozent stimmten dieser Aussage teilweise zu. 24,2 Prozent glauben, dass IPA sehr gut dafür geeignet ist. Nur 9,1 Prozent glauben das nicht. Der Rest – 30,3 Prozent – konnten es nicht beurteilen, weil sie IPA zu wenig kennen.

Stellt sich die Frage, ob und wie rasch sich IPA-Modelle in Österreich durchsetzen werden. Hier ist ein großer Teil der Befragten eher zurückhaltend: 42,2 Prozent der Befragten glaube das nicht. 27,3 Prozent vermuten, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis IPA sich in Österreich durchsetzt. Nur 6,1 Prozent vertreten die Ansicht, dass IPA rasch an Bedeutung gewinnen wird. 24,2 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass IPA auf Großprojekte beschränkt bleiben wird – eine Ansicht, die auch von vielen Expert*innen geteilt wird: Der Mehraufwand, den kooperative Projektmodelle wie IPA erfordern, lohnt sich vor allem bei größeren und vor allem komplexeren Projekten.

Die potenziellen Vorteile von IPA sind den Leserinnen und Lesern allerdings durchaus bewusst. Das spiegelt sich in den Kommentaren wider. „Senkung der Projektkosten durch abgestimmte Planung; Akzeptanz (=Vertrauen) vom Auftraggeber“, lautet ein Statement. „Vorteile: Qualitätssteigerung und Stabilisierung der Auftragslage. Notwendigkeit: Grundlegendes Umdenken betreffend Team- und Netzwerk ist unumgänglich“, heißt es in einem anderen. Eine weitere Leser*in ist sogar „sehr positiv“ eingestellt. „Schnellere und günstigere Gesamtabwicklung.“ Eine anderes Statement lautet: „Collaborative Zusammenarbeit, das Projekt steht im Mittelpunkt, gemeinsam zum Ziel, weniger Probleme, Probleme sind früher feststellbar, agieren statt reagieren.“

Es gibt aber auch skeptische Stimmen – vor allem Zweifel an der Bereitschaft der Beteiligten zu einer ernst gemeinten Kooperation im Team. Eine dieser Aussagen fasst diese Bedenken treffen zusammen: „Es mangelt an Leute mit Wissen und die über den Tellerrand schauen. Die meisten Leute geht es dann nur ums Geld/Gewinn und haben wenig Ahnung über die Qualität.“

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