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Vom richtigen Zeitpunkt

16.09.2020

Tischlerei Mondholz: aus Vertrautem etwas viel Besseres machen.

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Wenn das Holz im Winter bei abnehmendem Mond geschlägert wird, offenbart es ein erstaunliches Mehr an Qualitäten: Der richtige Zeitpunkt entscheidet über den Ernteertrag. Zwischen Vollmond und Neumond pulsieren die Inhaltsstoffe, pulsiert die Holzqualität, die natürliche Haltbarkeit.

Sobald Ende August der Saftstrom in den Bäumen zum Erliegen kommt, verdichten sich die Zellen. Zucker verwandelt sich in Stärke. Der Wald bereitet sich auf den Winter vor: ein ganz besonderer Zeitpunkt. 

Wir erleben gerade, wie der Saftstrom der Vergangenheit stockt. Ein Virus legt Menschen und Organisationen lahm, die nicht so einfach wieder „hochgefahren“ werden können. Covid-19 ist eine unmissverständliche Aufforderung, an die Resilienz unserer Unternehmen zu denken und an das Ziel, „all das unverletzt zu überstehen“ und gestärkt in die Zukunft zu gehen.

Unsere Haltung macht (wieder einmal) den Unterschied: Betonen wir den Schutz vor der Bedrohung, dann müssen wir uns wohl oder übel mit der Resilienz auseinandersetzen. Betonen wir den Chancen-Aspekt, dann ist sie Zukunftsfitness pur: Resilienz bedeutet, die Schocks und Veränderungen abzufangen, sich an neue Herausforderungen und Gegebenheiten anzupassen, weiter gut zu funktionieren und Ziele zu erreichen und dabei zu überleben und zu gedeihen.  Jetzt ist ein „Mondholz-Moment“: aus Vertrautem etwas viel Besseres machen.

Grundloser Optimismus ist gefährlich und kontraproduktiv. Wir müssen uns ein klares Bild der Situation verschaffen und neue Erfahrungen mitnehmen: Wir können überhitzte Mobilität herunterschalten. Neue Formen der Arbeit und des Lernens funktionieren, wenn wir uns darauf einlassen. Wir können Qualitäten wiederentdecken und neue entwickeln.

Wieder die Initiative zu ergreifen, versetzt uns automatisch in einen „Machtzustand“:

1. Realität anerkennen und evaluieren und erst dann Entscheidungen treffen.
2. Wirklich Neues ausprobieren.
3. Optimierungswahn ausschalten und wieder mehr improvisieren: anders sein, statt immer nur besser.
4. Mitarbeiter/-innen nicht als Kostenfaktor, sondern als Vermögenswert betrachten.
5. Den Horizont erweitern von einer Fokussierung auf das, was ist, zu dem, was sein könnte.

Machen wir’s dem Mondholz nach und nützen wir die Gnade des besonderes Zeitpunktes. Wir werden alle davon profitieren. 

Autor: 
Harald Jeschke
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